Lernvideo: Schritt für Schritt zum fertigen Video

Ein gutes Lernvideo hilft anderen dabei, ein Problem zu lösen oder etwas Neues zu verstehen. Damit das gelingt, braucht es einen klaren Plan: Du musst wissen, was du vermitteln willst, das passende Format wählen und die Technik im Griff haben.
Inhaltsverzeichnis

von Lukas Werlich

Lernvideo: Das Wichtigste in Kürze

  • Definition des Lernziels: Jedes Video sollte ein konkretes Problem lösen. Das Ziel bestimmt die Struktur und die notwendige Erklärtiefe.
  • Wahl des Formats: Die Entscheidung zwischen Screencast, Realfilm oder KI-Avatar richtet sich nach dem Inhalt.
  • Struktur vor Ausstattung: Ein logisch aufgebautes Skript ist für den Lernerfolg wichtiger als eine hochpreisige Kamera-Ausrüstung.
  • Priorisierung der Tonqualität: Verständlicher Ton ist die Grundvoraussetzung. Ein externes Mikrofon ist daher wichtiger als die Videoauflösung.
  • Microlearning: Videos mit einer Länge von 2 bis 7 Minuten erzielen die höchste Aufmerksamkeit und bessere Abschlussraten.

 

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Welches Lernvideo-Format passt zu meinem Ziel?

Das passende Format für ein Lernvideo hängt davon ab, was vermittelt werden soll und wie schnell der Inhalt veraltet: Screencasts sind geeignet, um die Bedienung einer Software zu zeigen. KI-Avatare eignen sich, wenn du schnell viele Sprecher-Videos produzieren möchtest. Realfilme mit echten Menschen sind hingegen die erste Wahl für Themen, bei denen Vertrauen und Persönlichkeit wichtig sind.

Der Screencast (Bildschirmaufnahme)

Dieses Format ist der Standard für IT-Schulungen. Du filmst direkt die Benutzeroberfläche einer Software und erklärst die einzelnen Klicks.

  • Einsatz: Software-Tutorials, Tool-Guides, technische Prozesse.
  • Vorteil: Sehr geringer Aufwand; der Zuschauer sieht exakt das, was er später selbst tun muss.

Experten-Video (Talking Head)

Hier spricht eine reale Person, zum Beispiel ein Fachexperte aus deinem Team, direkt in die Kamera. Das schafft Vertrauen und Autorität.

  • Einsatz: Begrüßungen, Soft-Skill-Trainings, Management-Updates.
  • Vorteil: Hohe menschliche Komponente; Mimik und Gestik unterstützen die Botschaft.

Greenscreen-Video

Das Greenscreen-Verfahren ermöglicht es, den eigentlichen Hintergrund eines Sprechers digital durch beliebige Inhalte zu ersetzen. Als Hintergrund kann dann alles gezeigt werden, was das Lernen unterstützt und die Aussagen des Sprechers untermauert.

  • Vorteile: Der Zuschauer erhält sowohl den persönlichen als auch den fachlichen Bezug in einem Bild.
  • Interaktion: Grafiken, Texte oder Animationen können direkt im Bildraum hinter oder neben dem Sprecher platziert werden, was die Anschaulichkeit erhöht.
  • Konsistenz: Auch bei Aufnahmen an unterschiedlichen Tagen bleibt das visuelle Erscheinungsbild (das „Set“) identisch.

Interaktives Lernvideo

Interaktive Lernvideos sind darauf ausgelegt, den Zuschauer direkt in das Geschehen einzubinden. Das Format wird so getaktet, dass Pausen für Übungen, Wiederholungen oder Entscheidungen fest in den Zeitablauf integriert sind.

  • Einsatzgebiete: Sport- und Fitness, Yoga-Tutorials oder physiotherapeutische Anleitungen.
  • Besonderheiten im Timing: Die Übungen werden vom Trainer im Video vorgemacht und anschließend so viel Zeit im Bildfluss gelassen, dass der Zuschauer die Bewegung synchron ausführen kann.

Das Erklärvideo (Animation)

Grafische Elemente, Icons oder Zeichnungen verdeutlichen Prozesse, die man in der Realität nicht einfach filmen kann.

  • Einsatz: Abstrakte Strategien, komplexe Datenflüsse, Theorie-Grundlagen.
  • Vorteil: Hoher Unterhaltungswert; Komplexität wird visuell stark reduziert.

Guide: Wie erstelle ich ein Lernvideo?

Um ein Lernvideo zu erstellen, durchläufst du vier Hauptphasen: die didaktische Konzeption (Lernziele definieren), das Scripting (Inhalte strukturieren), die Produktion (Aufnahme von Bild und Ton) und die Postproduktion (Schnitt, Animation, Vertonung).

Schritt 1: Lernziel und Zielgruppe festlegen

Bevor die Kamera läuft, musst du definieren, was der Zuschauer am Ende des Videos können oder wissen soll.

  • Frage dich: Welches Problem löst das Video?
  • Zielgruppe: Erklärst du Grundlagen für Anfänger oder spezifische Details für Experten? Das bestimmt deine Wortwahl und die Erklärtiefe.

Schritt 2: Das Skript oder Storyboard schreiben

Schreibe auf, was gesagt wird (Sprechertext) und was parallel dazu im Bild passiert (Visualisierung). Improvisierte Videos hingegen kommen in der Regel nicht gut an und sind teils wirr. Selbst kleine Creator auf YouTube scripten ihre Videos vor dem Dreh.

  • Das Wort-für-Wort-Skript: Du schreibst exakt auf, was du sagen wirst. Das gibt Sicherheit, verhindert „Ähms“ und unnötige Abschweifungen. Achte darauf, in kurzen Sätzen zu schreiben, so wie du natürlich sprechen würdest.
  • Das Storyboard (Stichpunkt-Skript): Du notierst dir nur die Kernbotschaften pro Szene. Das wirkt oft lebendiger, erfordert aber mehr Routine vor der Kamera.

Tipp: Halte die Sätze kurz. Was gesprochen gut klingt, ist oft einfacher zu verstehen als geschriebene Schriftsprache.

Schritt 3: Das passende Setup für die Aufnahme

Je nach Format brauchst du unterschiedliche Technik:

  • Screencast: Eine Software zur Bildschirmaufnahme (z. B. Camtasia oder Loom) und ein gutes Mikrofon.
  • Realfilm: Eine Kamera (Smartphone reicht oft aus), gutes Licht und ein Ansteckmikrofon.
  • Wichtig: Ein schlechtes Bild verzeihen Zuschauer eher als einen schlechten Ton. Investiere zuerst in ein vernünftiges Mikrofon.

Schritt 4: Aufnahme und Schnitt

Produziere die Inhalte gemäß deines Skripts. Im anschließenden Schnitt entfernst du Versprecher, Pausen und unnötige Füllwörter.

Visualisierung: Füge Texteinblendungen, Pfeile oder Zoom-Effekte hinzu, um die Aufmerksamkeit auf die wichtigsten Punkte zu lenken.

Schritt 5: Interaktivität und Export

Überlege dir, wie der Zuschauer das Wissen festigen kann.

  • Interaktivität: Ergänze das Video durch Quizfragen oder Sprungmarken (z. B. via H5P), damit aus passivem Zuschauen aktives Lernen wird.
  • Format: Exportiere das Video in einem gängigen Format (meist MP4 in Full-HD), das auf allen Endgeräten flüssig läuft.

Worauf muss ich achten, damit Zuschauer das Lernvideo nicht abschalten?

Damit ein Lernvideo erfolgreich ist, muss es die kognitive Belastung des Zuschauers steuern. Informationen sollten so aufbereitet sein, dass das Gehirn sie ohne Überforderung verarbeiten kann. Die Forschung zeigt, dass vor allem die Länge, die Struktur und die Art der Visualisierung beeinflussen, ob das Wissen hängen bleibt.

Die optimale Länge eines Lernvideos

Die Aufmerksamkeit sinkt bei digitalen Lerninhalten nach wenigen Minuten rapide ab.

  • Die Regel: Halte Videos so kurz wie möglich und so lang wie nötig.
  • Tipp: Ein Video sollte idealerweise nur ein einziges Lernziel behandeln. Ist das Thema zu komplex, teile es lieber in drei Videos von je 3 Minuten auf, statt ein 10-minütiges Video zu produzieren.

Das Prinzip der doppelten Kodierung für Lernvideos

Das Gehirn lernt am besten, wenn Bild und Ton sich ergänzen, statt sich zu wiederholen.

  • Fehler: Den kompletten Sprechertext als Textwüste auf dem Bildschirm einblenden. Das zwingt den Zuschauer zum gleichzeitigen Lesen und Hören, was das Gehirn überlastet.
  • Richtig: Nutze Bilder, Icons oder kurze Schlagworte, die das Gesprochene visualisieren.

Den roten Faden des Lernvideos sichtbar machen

Zuschauer brauchen Orientierung, um den Kontext zu verstehen.

  • Struktur: Nutze Kapitelmarker (Timestamps) und regelmäßige Zusammenfassungen.
  • Signalwirkung: Blende wichtige Fachbegriffe oder Merksätze kurz ein, um deren Bedeutung hervorzuheben.

Was kostet es, ein professionelles Lernvideo zu erstellen?

Die Kosten für ein Lernvideo hängen vom gewählten Format und dem Grad der Eigenleistung ab. Einfache Screencasts in Eigenregie kommen fast ohne Budget aus. Hochwertige Realfilm-Produktionen erfordern hingegen Investitionen in Technik oder externe Dienstleister.

  • Personal: Wer schreibt das Skript? Wer steht vor der Kamera? Wer schneidet? Zeit ist hier der größte Kostenfaktor.
  • Technik: Einmalige Kosten für Mikrofon, Kamera und Licht (ca. 300 € bis 2.000 € für ein Einsteiger-Setup).
  • Software: Gebühren für Schnittprogramme oder KI-Video-Tools (ca. 20 € bis 100 € pro Monat).
  • Agentur-Leistung: Wenn du die Produktion komplett abgibst, liegen die Preise je nach Aufwand und Länge meist zwischen 5.000 € und 25.000 € für einen kompletten Kurs.
KriteriumIn-house ProduktionAgentur (z.B. Company 11)
KostenGeringere finanzielle Investition, jedoch hohe interne ZeitbindungEinmalige Investition, keine interne Zeitbindung
QualitätAbhängig von interner ErfahrungProfessioneller Standard (Bild, Ton, Didaktik)
GeschwindigkeitOft langsam (neben dem Tagesgeschäft)Schnell und termingerecht
KI-NutzungMuss eigens erlernt werdenProfi-Workflows bereits etabliert


Wir von Company 11 sind eine Agentur für Videoproduktionen in Berlin. Wir erstellen Lernvideos, auch für E-Learning sowie Image- und Werbefilme für Unternehmen und bringen Erfahrung aus über 1.000 Videoproduktionen für Unternehmen mit.

Lernvideo – Häufige Fragen und Antworten

Die optimale Länge liegt zwischen 2 und 7 Minuten. Bei komplexen Themen ist es besser, eine Video-Serie mit kurzen Lektionen zu erstellen, statt ein langes Video zu produzieren.

Das wichtigste Element ist ein gutes externes Mikrofon (z.B. ein USB-Großmembranmikrofon oder ein Ansteckmikrofon). Ein aktuelles Smartphone reicht für das Bild oft aus, sofern die Beleuchtung gut ist und du ein Stativ verwendest.

Ja, mit kostenloser Software für Bildschirmaufnahmen (z.B. OBS Studio) und Schnittprogrammen wie CapCut oder DaVinci Resolve. Die Qualität hängt dann stark von deinem Geschick bei der Vorbereitung und der Tonqualität deiner Hardware ab.

Nein, ein ruhiger Raum mit Teppich (gegen Hall) und weichem Tageslicht reicht aus. Professionelle Studios sind vor allem dann sinnvoll, wenn du eine absolut konstante Bildqualität für eine ganze Serie benötigst oder spezielle Hintergründe (Green Screen) nutzt.

Du kannst interaktive Elemente wie Quizfragen, klickbare Schaltflächen oder Sprungmarken hinzufügen. Tools wie H5P oder Video-Player (z.B. innerhalb eines Learning Management Systems (LMS)) ermöglichen es, dass Zuschauer aktiv in das Geschehen eingreifen können.

Für interne Schulungen eignen sich Plattformen wie Microsoft Stream oder ein internes Learning Management System (LMS). Für externe Kurse oder Marketing-Zwecke bieten sich spezialisierte Hoster wie Vimeo oder Wistia an, da diese mehr Kontrolle über das Design und den Zugriffsschutz bieten als YouTube.

Lukas Werlich

Geschäftsführer / Managing Director

Mit einem Auge fürs Detail und einer Leidenschaft für visuelle Geschichten ist Lukas Werlich treibender Motor hinter Company 11, einer der führenden Agenturen für Video- & Fotoproduktionen. Im Blog von Company 11 teilt er seine umfangreichen Erfahrungen aus dem Agenturgeschäft. Hier erhalten Leser wertvolle Tipps, Einblicke und Fachwissen aus erster Hand – ein Muss für alle, die die Kunst der bewegten Bilder schätzen.

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